Japan 2017 – Tokyo

Die letzten Tage waren alle sehr ereignisreich. Zu ereignisreich, als dass man sich am Abend hinsetzen kann und denkt: „Joah, ich könnte jetzt eigentlich einen Blogeintrag schreiben. Ich krieg dann trotzdem noch genug Schlaf.“

 

Wir starteten in Kyoto. Für die Pagode selbst war dann doch keine Zeit mehr, also sind wir mit dem Shinkansen nach Tokyo gefahren, wo der restliche Teil der Gruppe schon einen Tag früher hingereist ist. Die U-Bahnfahrt war nichts besonderes, ziemlich vergleichbar mit Nagoya, aber als wir dann von der U-Bahnstation zum Hostel gelaufen sind, waren da dann doch ziemlich imposante rote Gebäude im Weg.

Wir haben später herausgefunden, das sich unser Hostel direkt neben dem traditionell gehaltenen und von vielen Reiseführern hochgelobten Stadtviertel Asakusa befindet, das unter anderem den großen buddhistischen Tempel Sensoji beherbergt.

Am Abend haben wir dann das belebte Viertel Shibuya besucht, das Viertel, das mit den riesigen Videotafeln und vielen Tausend Fußgängern Tokyo sein futuristisches Bild gibt. Wir sind dort ein wenig durch die Straßen geschlendert und haben die ein oder anderen Spielhallen oder CD-Geschäfte durchstöbert.

Für den nächsten Tag haben wir uns viel vorgenommen. Wir sind extra früh aufgestanden, damit wir uns ja rechtzeitig in die Warteschlange für die Führung zum Kaiserpalast einreihen können, denn nur 600 Auserwählte (auf zwei Führungen aufgeteilt) dürfen das ansonsten hermetisch verriegelte kaiserliche Gelände betreten. Als wir dort ankamen, waren die Warteschlangenbänder noch nicht einmal aufgebaut. Nur zwei Personen waren vor uns da. Gut, wir haben also dann dort gewartet, recht bald schon die nummerierten Tickets in die Hand gedrückt bekommen und dann die restliche Zeit bis zur Führung in einem Café verbracht.

Der kaiserliche Palast war dann doch nicht das, was wir uns darunter vorgestellt haben. Klar, ein mit Gold überzogenes Gebäude haben auch wir nicht erwartet, aber eine etwas bessere Baracke Palast zu nennen, ist dann doch etwas euphemistisch. Genauso wenig bewundernswert waren die kaiserlichen Trampelpfade, der kaiserliche Schutthaufen sowie die Zapfsäule verziert mit echt kaiserlichem Rost. Nachdem die Nummerierung der Badges nicht die der Eintrittskarten war, hatten wir nicht einmal die schönen kleinen Zahlen. Aber nach einer kurzen Suche haben wir auch diese ausfindig machen und mit deren glücklichen Besitzern ein Foto schießen können.

Anschließend sind wir in den Süden Tokyos gefahren, in das moderne Hafenviertel. Unser Ziel dort war das „Museum of emerging science and innovations“, als Roboterentwickler ein gefundenes Fressen. Das Museum war in einem sehr modernen großen Glasbau untergebracht und wir haben voller Erwartung reingeschaut. Doch spätestens, als wir einen Flyer in die Hand genommen haben und uns dort die Frage „If you met an alien, how would you have fun?“ begrüßt hat, ist uns bewusst geworden, dass wir wohl nicht die Zielgruppe sind. Workshops wie „The environment and me“, „Curiosity Field“ und „Discover your Earth“ haben unsere Befürchtung bestätigt. Es war für uns ein ziemlich enttäuschender Start in Tokyo.

Da wir ja jetzt sowieso schon am Meer waren, haben wir uns dann wenigstens dort ans Wasser gesetzt und es war tatsächlich ganz schön hier. Eine Bucht im Vordergrund, die Skyline Tokyos im Hintergrund, dazu eine lange Brücke, sogar eine Freiheitsstatue gab es.Anschließend sind wir in das Viertel Akihabara gefahren. Dort gibt es allerlei japanische Unterhaltungskultur, von Anime über Mangas bis hin zu Anime. Es konnte nicht jeder von uns viel damit anfangen. Um das zu schätzen, muss man die Filme und Geschichten halt auch kennen. Aber es war trotzdem ein interessanter Einblick in das, was Japan bei vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen so beliebt macht.

Am Abend haben wir uns dann im Hostel gemütlich zusammengesetzt und uns mental und alkoholisch auf einen Karaokeabend eingestimmt. Um halb 12 sind wir dann auch losgelaufen und in einer der unzähligen Karaokebars gegangen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Technik hatten wir dann auch eine unglaublich spaßige Zeit dort. Wir können jetzt auf jeden Fall verstehen, warum die Japaner so begeistert davon sind.

Heute vormittag haben einige die Aussicht vom höchsten Turm der Welt genossen, der in Laufentfernung vom Hostel über Tokyo thront. Andere haben ausgeschlafen. Auch sonst hatte jeder so seine eigenen Pläne. Manche wollten wieder nach Akihabara, manche wollten sich in heißen Quellen, sogenannten Onsen, entspannen und manche wollten ein bisschen Kultur mitnehmen und haben das japanische Nationalmuseum besucht.

Das Museum selbst war wie erwartet. Es war eine große Zahl an alter Töpferware, Schriftrollen, Buddhastatuen, Samurairüstungen, Schwerter, Gewänder und faltbaren Gemälden ausgestellt, die von der Zeit her bis zum Anfang der Zivilisation zurückdatieren. Ein kleines Highlight gab es dann noch auf dem Rückweg. Wir konnten live bei einer Runde Mario Kart zusehen.

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