IranOpen 2018 – Der Finaltag

Gestern ging es für die Strategen früh raus. Sie trafen sich um 5 Uhr und fingen an zu arbeiten. Vorher gab es noch Frühstück. Um halb 8 brachen sie zur Halle auf, einerseits um dort rechtzeitig zu sein, andererseits, da das Jungsstrategiezimmer seinen Schlüssel vermutlich dort vergessen hatte.

Bei der Halle angekommen, musste erst mal gewartet werden, bis die Schlüssel kamen. Dabei traf man die BitBots aus Hamburg, die in der Humanoid Kid Size League spielen.
Etwas später, als die Strategen schon fleißig in der Halle arbeiteten, trudelten auch die elektronischen Mechaniker ein.

Das erste Spiel des Tages, welches eigentlich das Letzte des letzten Tages gewesen sein sollte, fand schon relativ früh statt und entschied darüber, gegen wen wir im Finale antreten sollten. Es spielte MRL gegen Immortals. MRL gewann, überholte den Punktestand des chinesischen Teams und schossen sich so ins Finale.

Bis zum Finale war noch viel zu tun. Das elektronische Mechanikteam fand heraus, dass alle Dribbler schräg angeschraubt waren. Dadurch liegt der Ball an unterschiedlichen Positionen unterschiedlich weit in der Lichtschranke. Das hatte zur Folge, dass eine genaue und zuverlässige Kalibrierung unmöglich war. Wir haben vermutlich unser lang bekanntes Lichtschrankenproblem gefunden. Also mussten wir alle Dribbler ausbauen, demontieren und gerade wieder neumontieren.

Das Finale an sich war sehr spannend. Es fing damit an, dass es sehr lange nicht anfing. Das lag mal wieder an Visionproblemen. Um genauer zu sein an der Diskussion, wie die Ballgeschwindigkeit gemessen wird. Da ja bekanntermaßen unser Tool fehlerhaft ist, wurde lang und breit nach einer Lösung mit Tools von anderen Teams gesucht. Es wurde sogar debattiert, händisch mit Hilfe von Frames die Geschwindigkeit zu berechnen. Letztendlich wurde beschlossen, die erlaubte Geschwindigkeit auf 7,5 m/s zu erhöhen und mehrere Tools parallel zu benutzen.

Und los ging es. Es war von Anfang bis zum Ende ein sehr faires und spannendes Spiel (genaueres im Live-Ticker). Wir waren von der Perfomance unserer Roboter angenehm überrascht und hatten wenig Probleme mit Fusseln. Trotzdem mussten wir uns mit einem zweiten Platz gegen MRL zufrieden geben. Für uns ein insgesamt gutes Ergebnis.

Danach war natürlich wieder Foto-Session angesagt 🙂 Neben Teamfotos machten wir auch Fotos mit iranischen Fans. Wir haben allerdings nach den ersten 20 Fotos aufgehört zu zählen. Diesmal haben wir alle zusammen ein TV-Interview gegeben, aber nur einer durfte Fragen beantworten, während der Rest eher unbeteiligt daneben stand und gut aussah.

Als sich dann der Trubel langsam gelegt hatte, stießen wir mit einem (leider alkoholfreien) Bier an und genossen ein paar mehr oder weniger ruhige Minuten. Doch es waren gefühlt zu wenige Minuten, da wir all unser Equipment packen mussten, um bereit für die Closing Ceremony um 18:00 Uhr zu sein.

Dort angekommen wurden wir in die zweite Reihe geführt, wo sich unsere Sitzplätze befanden, und uns penetrant die Ohren, mit extrem lauter Musik, weggeblasen. Die Zeremonie war natürlich auf Farsi (Persisch) und somit verstanden wir von den ganzen Reden sehr wenig. Das führte dann auch dazu, dass wir nicht mitbekamen, dass unser Team zu Preisvergabe aufgerufen wurde… Erst auf beherztes Zurufen unserer Übersetzer liefen wir auf die Bühne und bekamen unseren Pokal übergeben und machten ein Teamfoto (mal wieder). Glücklich, zufrieden aber auch sehr müde erwarteten wir das Ende des offiziellen Teils, um uns dann an einem fast luxuriösem Essen zu erfreuen.

Da wir aber doch traurig wurden, dass das Turnier zu Ende war, starteten wir kurzer Hand unserer eigenes Turnier. Diesmal allerdings ohne Roboter und ohne Pokal, sondern mit Schere, Stein, Papier und als Preis ein Joghurt. Dies wurde souverän von Mike mit einem 3:0 gewonnen und der erste Joghurt ging an uns. Danach gab es noch ein paar Herausforderer und es wurden immer mehr Zuschauer. Als zweite Disziplin wurde dann das Armdrücken eingeführt, wo wir aber dann eher weniger gute Gewinnquoten aufweisen konnten.

Da wir an chronischen Schlafmangel leiden, sind wir nun zu nichts mehr fähig.

Hier eine kleine Auswahl aus unseren zahlreichen Fotoshootings:

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