IranOpen 2018 – Unser letzter Tag in Teheran

Nachdem wir alle mehr oder minder viel geschlafen und uns von spannenden Schere, Stein, Papier Schlachten erholt hatten, trafen wir uns am Sonntag Morgen um halb Zehn zum Frühstück. Unser Übersetzer war sehr zeitig anwesend und hat uns darauf hingewiesen, dass wir unsere gesponserten Zimmer bis um 11 verlassen müssen. Das überraschte uns ein wenig, doch wir trafen schnell die Entscheidung, auf eigene Kosten ein Zimmer den Tag über zu behalten und dort unser Gepäck zwischen zu lagern. Nachdem wir etwas gehetzt die 3 restlichen Zimmer geräumt hatten, stiegen wir in unseren Bus ein und nahmen ein chinesisches Dreierteam mit.

Nun fuhren wir in die Stadt und hatten irgendwo im Nirgendwo einen etwas längeren Aufenthalt, da unsere chinesischen Kollegen ihre Teilnahmeurkunden ausgestellt bekamen. Nach einer guten Stunde im Bus wartend, fuhren wir in die Stadt und besichtigten eine sehr prachtvolle Moschee, in der der Schrein von Hazrat Abdul Azim Hasani ausgestellt wird. Hier gab es wieder neue Erfahrungen für uns. Neben der klassischen Geschlechtertrennung musste unser weibliches Teammitglied sich mit einem kompletten Umhang bedecken. Dies führte dazu, dass sie seitdem als unser ganz persönliches Schlossgespenst bezeichnet wird. Die Moschee war sehr prunkvoll eingerichtet und hat uns etwas geflasht, da wir uns das etwas schlichter vorgestellt hatten. Danach gingen wir auf den nahegelegenen Bazar. Dort haben wir uns ein bisschen mit Geschenken für die Heimat eingedeckt in Form von Safran für die Mütter und für uns selber kauften wir getrocknete Früchte. Danach trafen wir mit ZJUNlict zusammen und gingen danach zusammen auf Reise.

Doch wir standen vor einer Challenge. Unser Preisgeld für den 2. Platz in unserer Liga haben wir auf drei PrePaid-Kreditkarten bekommen mit jeweils 5 Mio. Rial, also zusammen 15 Millionen Rial. Diese mussten wir gezwungenermaßen verflüssigen, doch in der Bank kann man pro Tag (pro Karte) nur 200.000 Toman (also 2 Millionen Rial) abheben, also einen marginalen Anteil. Deshalb einigten wir uns darauf mit allen Essen zu gehen, dort damit zu bezahlen und dann den Rest bar auszahlen zu lassen. Also fuhren wir mit zwei Bussen durch die Stadt um ein geeignetes Restaurant mit traditioneller Küche zu finden, das auch noch offen hat und genug Platz für unsere große Gruppe. Nach einiger Zeit und ein paar interessanten Fahrmanövern fanden wir ein gemütliches Restaurant, das zwar noch Essen hatte, aber das typische traditionelle Dizi nur noch zweimal. Also entschieden wir uns für andere traditionelle Gerichte und nur einer traute sich an das Dizi. Vom Prinzip her haben wir zu einem großen Teil das gleiche gegessen wie die letzten 7 Tage, doch diesmal mit etwas mehr Qualität und mehr Liebe zubereitet, was einen -wenn auch nur gefühlten- riesigen Unterschied im Geschmack gemacht hat. Um das ganze abzurunden, erfreuten wir uns an Suppen, Tee, Milkshakes und Süßigkeiten. Mit extrem vollem Magen und glücklich wollten wir zahlen und dann den Rest auszahlen lassen. Einfacher gesagt als getan. Wir belassen es einfach mal bei der Aussage, dass es nicht geklappt hat.

Da wir nun auch schon eine Stunde unserem Zeitplan hinterher liefen, verabschiedeten wir uns von unserem Lieblingsübersetzer Aref und vom chinesischen Team und fuhren ins Hotel zurück. Dort mussten wir dann recht schnell alle Koffer packen und wieder alle Roboter reisesicher verpacken. Jeder musste auch sein zugeteiltes Werkzeug für den Transport suchen. Mit einer Punktlandung zwei Stunden später verließen wir das Academic Hotel im olympischen Dorf, welches wir zum Teil mit den Kreditkarten bezahlten, und begaben uns zum Bus. Den Busfahrer bezahlten wir mit Cash und dem verbleibenden Guthaben der Kreditkarten, welches er verständlicherweise erstmal im Hotel nachprüfen wollte. Nachdem er bezahlt war, fuhren wir alle mit gemischten Gefühlen zum Flughafen. Einerseits freuten wir uns sehr auf die Heimat und Abwechslung bei den Mahlzeiten, doch andererseits war es auch schade neue und alte Freunde zu verlassen und die trotz Allem sehr schöne Zeit dort als beendet zu erklären.

Am Flughafen angekommen, wechselten wir das verbleibende iranische Geld und checkten ein. Wir gingen diesmal direkt gesammelt an einen Schalter, um Sitzplätze möglichst beieinander zu bekommen. Der nette Mann hinterm Schalter sagte, das sei kein Problem, aber entweder konnte oder wollte uns nicht verstehen und wir saßen im Endeffekt alle komplett verteilt im Flieger. Doch bevor wir im Flieger saßen, mussten wir noch durch den Security Check. Dieser machte uns sehr zu schaffen. Die Beamten wollten uns unsere Akkus nicht im Flieger mit transportieren lassen, obwohl dies laut Richtlinien erlaubt ist. Dies führte zu sehr langen Diskussionen, wobei wir aber schnell merkten, dass wir am kürzeren Hebel saßen. Uns wurden mehrere sehr unsichere Überführungsmöglichkeiten angeboten, die alle nicht akzeptabel für uns waren. Nach sehr langem Bangen, Warten und Kontaktversuchen zu unseren Team in der Heimat wurde es uns in Zusammenarbeit mit der Fluggesellschaft erlaubt, alle Akkus mitzunehmen. Dies allerdings nur im Cargobereich. Doch das reichte uns, der Rucksack bekam eine offizielle Gepäcknummer und die Angst und der große Schreck waren erstmal vorbei.

Letztendlich starteten wir sehr übermüdet um halb 4 morgens Ortszeit in Teheran und versuchten alle so viel Schlaf wie möglich zu erhaschen. Garantiert nicht ausgeschlafen und nach einem fast reibungslosen Zwischenhalt landeten wir mit einer sehr starken Bremsung in Nürnberg um halb 10 und erfreuten uns daran, dass wirklich alles Gepäck inklusive der Akkus sicher angekommen war. Leider mussten wir uns dann recht schnell trennen und entweder mit dem Bus oder Auto in die Uni oder nach Hause zu fahren. Manch einer hat die gute Entscheidung getroffen, sich etwas Ruhe zu gönnen. Manch andere hatte die Muße direkt noch in die nächsten Vorlesungen zu gehen. Das war wohl eher eine schlechte Entscheidung.

Abschließend möchten wir uns Bedanken bei allen, die in den Iran mitgefahren sind und dieses Turnier zu einem spaßigen und wertvollem Erlebnis gemacht haben. Bei unserem Team in der Heimat, die uns tatkräftig mit Hilfe zu Seite standen und auch zu unmenschlichen Uhrzeiten noch erreichbar waren. Bei den Veranstaltern für die Möglichkeit am Turnier teilzunehmen, bei unseren tollen Übersetzern, bei unseren Gegnern für die interessanten und fairen Spiele und den guten Austausch. Bei Freunden und Familie, die mitgefiebert haben und uns unterstützt haben. Bei unseren Förderern, ohne die unser Team zu so etwas gar nicht in der Lage wäre.

 

Japan 2017 – Zurück in Erlangen

Bis auf zwei Leute, die noch ein bisschen länger Urlaub in Fernost machen wollen, sind mittlerweile alle zuhause angekommen. Ich bin sicher nicht der Einzige, der heute auch dank der Zeitverschiebung gut ausschlafen konnte und trotzdem um 8 Uhr morgens aufgestanden ist. In den nächsten Tagen werden wir uns treffen, um die noch recht frischen Erinnerungen und Verbesserungsvorschläge zu diskutieren und die Roboter und das Werkzeug, das auf sämtliche Koffer verteilt wurde, wieder zusammenzutragen.

Es war wirklich eine coole Zeit in Japan. Ein zweiter Platz auf dem RoboCup ist der größte Erfolg der mittlerweile zehnjährigen Vereinsgeschichte. Doch für die kommenden zwölf Monate gibt es einiges zu tun. Nächstes Jahr werden wir in Kanada mit neuen, besseren Robotern antreten, mit einer verbesserten Strategie und Regelung und mit einem klaren Ziel in den Augen: Den Meistertitel!

Japan 2017 – Kamakura

Gestern haben wir einen Tagesausfllug nach Kamakura unternommen, eine Küstenstadt eine Zugstunde südlich von Tokyo. Vor etwa 800 Jahren wurde Kamakura nach Kyoto die politisch bedeutsamste Stadt Japans. Dementsprechend viele alte Schätze gibt es dort zu sehen. Nachdem wir dort mit dem Zug angekommen sind, sind wir zuerst einen „Berg“ raufgelaufen, nicht unbedingt nur, weil es dort viele tolle Sachen zu sehen gibt, sondern auch, weil die Bäume dort Schatten versprochen haben. Es war aber auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Man hatte einen tollen Ausblick auf die umliegende Landschaft. Auf halber Höhe etwa gab es einen zwanzig Meter langen Durchgang, vor dem ein steinernes Torii-Gate thront.

Natürlich sind wir da durch gegangen. Auf der anderen Seite des Tunnels wurden wir dann mit einem wunderschönen Anblick belohnt. Dort war ein kleiner Schrein mit Gartenanlagen und sogar einem kleinen Wasserfall.

Der Weg führte dann weiter den Hügel entlang. Als wir dann wieder ins Tal hinuntergekommen sind, war auf der linken Seite von uns eine Tempelanlage, die bekannt war für ihre drei Statuen, die Leute gezeigt haben. So ganz genau haben wir nie erfahren, wen diese Statuen darstellen sollten, aber es hat auch niemand nachgefragt. Viel interessanter war da schon eine steinerne Skulptur, die angeblich den Gott des Glücks portraitiert.


Entlang unseres Weges gab es noch eine ganze Reihe weiterer Tempel, unter anderem einen, der die älteste Zen-Schule Japans beherbergt. Uninteressanter, dafür fotogener und touristisch wertvoller ist eine riesige, über 700 Jahre alte Buddhastatue, die sich nur eine Wegstunde weiter befand. Natürlich haben wir die auch mitgenommen.

Doch das eigentliche Ziel lag dahinter: Der Pazifik. Die Sonne hat den ganzen langen Tag unbarmherzig auf uns niedergebrannt. Wir haben alle paar hundert Meter angehalten, um aus unseren Wasserflaschen zu trinken und haben uns jedes Mal gefreut, wenn der Weg für ein paar Meter wieder schattiger wurde. Ohne viel zu zögern sind wir also dann ins Wasser und haben uns verdienterweise abgekühlt.

Der Tag heute war dagegen eher unspektakulär. Wir haben erst einmal ausgeschlafen und haben uns über das Wetter geärgert. Dauerregen hat unsere Pläne, zum Fuji zu fahren (manche wegen Bergsteigen, manch andere wegen einem Freizeitpark) zunichte gemacht. Anschließend haben wir uns darüber geärgert, dass am Montag sämtliche Museen und Zoos geschlossen haben. Schließlich sind wir einfach in das vor der Haustüre gelegene alte Viertel Asakusa gegangen und haben etwas Sake und grünen Tee eingekauft. Morgen früh schon werden wir hoffentlich im Flugzeug Richtung Deutschland sitzen, wenn der Dauerregen uns nicht auch noch diesen Plan durchkreuzt.

Japan 2017 – Tokyo

Die letzten Tage waren alle sehr ereignisreich. Zu ereignisreich, als dass man sich am Abend hinsetzen kann und denkt: „Joah, ich könnte jetzt eigentlich einen Blogeintrag schreiben. Ich krieg dann trotzdem noch genug Schlaf.“

 

Wir starteten in Kyoto. Für die Pagode selbst war dann doch keine Zeit mehr, also sind wir mit dem Shinkansen nach Tokyo gefahren, wo der restliche Teil der Gruppe schon einen Tag früher hingereist ist. Die U-Bahnfahrt war nichts besonderes, ziemlich vergleichbar mit Nagoya, aber als wir dann von der U-Bahnstation zum Hostel gelaufen sind, waren da dann doch ziemlich imposante rote Gebäude im Weg.

Wir haben später herausgefunden, das sich unser Hostel direkt neben dem traditionell gehaltenen und von vielen Reiseführern hochgelobten Stadtviertel Asakusa befindet, das unter anderem den großen buddhistischen Tempel Sensoji beherbergt.

Am Abend haben wir dann das belebte Viertel Shibuya besucht, das Viertel, das mit den riesigen Videotafeln und vielen Tausend Fußgängern Tokyo sein futuristisches Bild gibt. Wir sind dort ein wenig durch die Straßen geschlendert und haben die ein oder anderen Spielhallen oder CD-Geschäfte durchstöbert.

Für den nächsten Tag haben wir uns viel vorgenommen. Wir sind extra früh aufgestanden, damit wir uns ja rechtzeitig in die Warteschlange für die Führung zum Kaiserpalast einreihen können, denn nur 600 Auserwählte (auf zwei Führungen aufgeteilt) dürfen das ansonsten hermetisch verriegelte kaiserliche Gelände betreten. Als wir dort ankamen, waren die Warteschlangenbänder noch nicht einmal aufgebaut. Nur zwei Personen waren vor uns da. Gut, wir haben also dann dort gewartet, recht bald schon die nummerierten Tickets in die Hand gedrückt bekommen und dann die restliche Zeit bis zur Führung in einem Café verbracht.

Der kaiserliche Palast war dann doch nicht das, was wir uns darunter vorgestellt haben. Klar, ein mit Gold überzogenes Gebäude haben auch wir nicht erwartet, aber eine etwas bessere Baracke Palast zu nennen, ist dann doch etwas euphemistisch. Genauso wenig bewundernswert waren die kaiserlichen Trampelpfade, der kaiserliche Schutthaufen sowie die Zapfsäule verziert mit echt kaiserlichem Rost. Nachdem die Nummerierung der Badges nicht die der Eintrittskarten war, hatten wir nicht einmal die schönen kleinen Zahlen. Aber nach einer kurzen Suche haben wir auch diese ausfindig machen und mit deren glücklichen Besitzern ein Foto schießen können.

Anschließend sind wir in den Süden Tokyos gefahren, in das moderne Hafenviertel. Unser Ziel dort war das „Museum of emerging science and innovations“, als Roboterentwickler ein gefundenes Fressen. Das Museum war in einem sehr modernen großen Glasbau untergebracht und wir haben voller Erwartung reingeschaut. Doch spätestens, als wir einen Flyer in die Hand genommen haben und uns dort die Frage „If you met an alien, how would you have fun?“ begrüßt hat, ist uns bewusst geworden, dass wir wohl nicht die Zielgruppe sind. Workshops wie „The environment and me“, „Curiosity Field“ und „Discover your Earth“ haben unsere Befürchtung bestätigt. Es war für uns ein ziemlich enttäuschender Start in Tokyo.

Da wir ja jetzt sowieso schon am Meer waren, haben wir uns dann wenigstens dort ans Wasser gesetzt und es war tatsächlich ganz schön hier. Eine Bucht im Vordergrund, die Skyline Tokyos im Hintergrund, dazu eine lange Brücke, sogar eine Freiheitsstatue gab es.

Anschließend sind wir in das Viertel Akihabara gefahren. Dort gibt es allerlei japanische Unterhaltungskultur, von Anime über Mangas bis hin zu Anime. Es konnte nicht jeder von uns viel damit anfangen. Um das zu schätzen, muss man die Filme und Geschichten halt auch kennen. Aber es war trotzdem ein interessanter Einblick in das, was Japan bei vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen so beliebt macht.

Am Abend haben wir uns dann im Hostel gemütlich zusammengesetzt und uns mental und alkoholisch auf einen Karaokeabend eingestimmt. Um halb 12 sind wir dann auch losgelaufen und in einer der unzähligen Karaokebars gegangen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Technik hatten wir dann auch eine unglaublich spaßige Zeit dort. Wir können jetzt auf jeden Fall verstehen, warum die Japaner so begeistert davon sind.

Heute vormittag haben einige die Aussicht vom höchsten Turm der Welt genossen, der in Laufentfernung vom Hostel über Tokyo thront. Andere haben ausgeschlafen. Auch sonst hatte jeder so seine eigenen Pläne. Manche wollten wieder nach Akihabara, manche wollten sich in heißen Quellen, sogenannten Onsen, entspannen und manche wollten ein bisschen Kultur mitnehmen und haben das japanische Nationalmuseum besucht.

Das Museum selbst war wie erwartet. Es war eine große Zahl an alter Töpferware, Schriftrollen, Buddhastatuen, Samurairüstungen, Schwerter, Gewänder und faltbaren Gemälden ausgestellt, die von der Zeit her bis zum Anfang der Zivilisation zurückdatieren. Ein kleines Highlight gab es dann noch auf dem Rückweg. Wir konnten live bei einer Runde Mario Kart zusehen.

Japan 2017 – Eine Tour durch Kyoto

Heute sind wir Bus gefahren. Ziemlich viel Bus sogar. Und viel gelaufen. Begonnen hat unser Tag erst einmal damit, dass wir gründlich verschlafen haben und erst circa 1,5 Stunden später als geplant das Hostel verlassen haben. Unser erstes Ziel war der Silberne Pavillon, Ginkakuji genannt. Vor 500 Jahren hat dort der damalige Oberbefehlshaber der Armee sich eine Villa hingestellt, mit schöner Gartenanlage und allem Drum und Dran. Garten darf man sich allerdings nicht wie bei uns mit Wiese und Blumen vorstellen, stattdessen hat man hier viel mehr mit Steinen, Wasser und Moos gearbeitet.

Anschließend sind wir entlang des sogenannten Philosophenpfads, ein kleiner Weg entlang eines alten Kanals, geschlendert und haben in den ein oder anderen Schrein am Wegesrand einen Blick geworfen.

Eigentlich hatten wir dann vor, den am Ende des Pfades gelegenen Nanzenji-Tempel zu besuchen, doch irgendwie gab es den nicht. Stattdessen haben wir uns mit dem Bus auf den Weg zum goldenen Pavillon gemacht, dem großen Bruder des silbernen Pavillon. Das besondere an diesem Gebäude ist, dass die oberen beiden Stockwerke mit Gold überzogen sind.

Es ist mittlerweile später Nachmittag und damit Zeit, sich zu überlegen, was man noch anschauen will, bevor man ins Hostel zurückkehrt. Zwei interessante Punkte waren noch auf der Liste: Die historische Altstadt und die über fünfzig Meter hohe Pagode des buddhistischen Tempel To-ji. Die Frage war nur, in welcher Reihenfolge, schließlich kann man nur eines der beiden Ziele noch bei Tageslicht anschauen, aber je nach dem, wie die Orte nachts beleuchtet werden, kann die Altstadt oder die Pagode auch einiges hermachen. Auch das Thema Abendessen wurde ausführlich diskutiert. Letztendlich hat die besser Busverbindung zur Altstadt das nächste Ziel festgelegt.

Nach ein bisschen Suchen haben wir auch in der Alstadt ein kleines Restaurant gefunden, das uns getaugt hat. Es gab dort Fleisch von allen Stellen des tierischen Körpers. Wir haben uns mit Schweinelende, Schweinenacken und Gemüse begnügt. Dazu gab es Reis und drei verschiedene Soßen. Geschmacklich war alles sehr gut und auch vom Preis her in Ordnung. Jetzt blieb nur noch die Pagode. Wir sind also zurück zum Hauptbahnhof gefahren und die zwanzig Minuten zur Pagode gelaufen. Nur leider waren wir ein klein wenig zu spät da. Wir kamen um halb 10 dort an und auf das Gelände kann man nur bis 5 Uhr. Naja, vielleicht klappt es ja morgen.

Japan 2017 – Tausend Tore

Den Tag nach dem RoboCup hat jeder etwas anders verbracht. Manche haben den dringend notwendigen Schlaf nachgeholt und sind einfach faul im Hotel geblieben, manche haben sich in einen nahegelegenen großen Freizeitpark aufgemacht, und wieder andere haben sich die mächtige Burg von Nagoya angeschaut.

Am heutigen Tage ist eine Gruppe bestehend aus Daniel, Linda, Michael, Niklas und mir nach Kyoto gefahren, die Stadt mit den bei weitem meisten historischen Bauten in Japan. Als wir das Gepäck im Hostel abgestellt haben, haben wir dort einen US-Amerikaner namens Paul getroffen, der auch eine Tour durch Japan macht und erst kurz vor uns im Hostel eingetroffen ist. Er hat uns kurzerhand einfach begleitet.

Das Ziel für heute war der Fushimi Inari Shrine, ein Shinto Shrine, der dem Gott des Reis geweiht ist. Aber erst besonders macht ihn das, was dahinter liegt: Ein heiliger Berg mit tausenden Torii, orangene große Tore, die, dicht aneinander gestellt, eine lange Tunnellandschaft bilden. Dazwischen sind immer wieder weitere kleine Schreine, einige Souvenirläden und Restaurants und sogar ein See mit Karpfen und Wasserschildkröten.