Japan 2017 – Zurück in Erlangen

Bis auf zwei Leute, die noch ein bisschen länger Urlaub in Fernost machen wollen, sind mittlerweile alle zuhause angekommen. Ich bin sicher nicht der Einzige, der heute auch dank der Zeitverschiebung gut ausschlafen konnte und trotzdem um 8 Uhr morgens aufgestanden ist. In den nächsten Tagen werden wir uns treffen, um die noch recht frischen Erinnerungen und Verbesserungsvorschläge zu diskutieren und die Roboter und das Werkzeug, das auf sämtliche Koffer verteilt wurde, wieder zusammenzutragen.

Es war wirklich eine coole Zeit in Japan. Ein zweiter Platz auf dem RoboCup ist der größte Erfolg der mittlerweile zehnjährigen Vereinsgeschichte. Doch für die kommenden zwölf Monate gibt es einiges zu tun. Nächstes Jahr werden wir in Kanada mit neuen, besseren Robotern antreten, mit einer verbesserten Strategie und Regelung und mit einem klaren Ziel in den Augen: Den Meistertitel!

Japan 2017 – Kamakura

Gestern haben wir einen Tagesausfllug nach Kamakura unternommen, eine Küstenstadt eine Zugstunde südlich von Tokyo. Vor etwa 800 Jahren wurde Kamakura nach Kyoto die politisch bedeutsamste Stadt Japans. Dementsprechend viele alte Schätze gibt es dort zu sehen. Nachdem wir dort mit dem Zug angekommen sind, sind wir zuerst einen „Berg“ raufgelaufen, nicht unbedingt nur, weil es dort viele tolle Sachen zu sehen gibt, sondern auch, weil die Bäume dort Schatten versprochen haben. Es war aber auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Man hatte einen tollen Ausblick auf die umliegende Landschaft. Auf halber Höhe etwa gab es einen zwanzig Meter langen Durchgang, vor dem ein steinernes Torii-Gate thront.

Natürlich sind wir da durch gegangen. Auf der anderen Seite des Tunnels wurden wir dann mit einem wunderschönen Anblick belohnt. Dort war ein kleiner Schrein mit Gartenanlagen und sogar einem kleinen Wasserfall.

Der Weg führte dann weiter den Hügel entlang. Als wir dann wieder ins Tal hinuntergekommen sind, war auf der linken Seite von uns eine Tempelanlage, die bekannt war für ihre drei Statuen, die Leute gezeigt haben. So ganz genau haben wir nie erfahren, wen diese Statuen darstellen sollten, aber es hat auch niemand nachgefragt. Viel interessanter war da schon eine steinerne Skulptur, die angeblich den Gott des Glücks portraitiert.


Entlang unseres Weges gab es noch eine ganze Reihe weiterer Tempel, unter anderem einen, der die älteste Zen-Schule Japans beherbergt. Uninteressanter, dafür fotogener und touristisch wertvoller ist eine riesige, über 700 Jahre alte Buddhastatue, die sich nur eine Wegstunde weiter befand. Natürlich haben wir die auch mitgenommen.

Doch das eigentliche Ziel lag dahinter: Der Pazifik. Die Sonne hat den ganzen langen Tag unbarmherzig auf uns niedergebrannt. Wir haben alle paar hundert Meter angehalten, um aus unseren Wasserflaschen zu trinken und haben uns jedes Mal gefreut, wenn der Weg für ein paar Meter wieder schattiger wurde. Ohne viel zu zögern sind wir also dann ins Wasser und haben uns verdienterweise abgekühlt.

Der Tag heute war dagegen eher unspektakulär. Wir haben erst einmal ausgeschlafen und haben uns über das Wetter geärgert. Dauerregen hat unsere Pläne, zum Fuji zu fahren (manche wegen Bergsteigen, manch andere wegen einem Freizeitpark) zunichte gemacht. Anschließend haben wir uns darüber geärgert, dass am Montag sämtliche Museen und Zoos geschlossen haben. Schließlich sind wir einfach in das vor der Haustüre gelegene alte Viertel Asakusa gegangen und haben etwas Sake und grünen Tee eingekauft. Morgen früh schon werden wir hoffentlich im Flugzeug Richtung Deutschland sitzen, wenn der Dauerregen uns nicht auch noch diesen Plan durchkreuzt.

Japan 2017 – Tokyo

Die letzten Tage waren alle sehr ereignisreich. Zu ereignisreich, als dass man sich am Abend hinsetzen kann und denkt: „Joah, ich könnte jetzt eigentlich einen Blogeintrag schreiben. Ich krieg dann trotzdem noch genug Schlaf.“

 

Wir starteten in Kyoto. Für die Pagode selbst war dann doch keine Zeit mehr, also sind wir mit dem Shinkansen nach Tokyo gefahren, wo der restliche Teil der Gruppe schon einen Tag früher hingereist ist. Die U-Bahnfahrt war nichts besonderes, ziemlich vergleichbar mit Nagoya, aber als wir dann von der U-Bahnstation zum Hostel gelaufen sind, waren da dann doch ziemlich imposante rote Gebäude im Weg.

Wir haben später herausgefunden, das sich unser Hostel direkt neben dem traditionell gehaltenen und von vielen Reiseführern hochgelobten Stadtviertel Asakusa befindet, das unter anderem den großen buddhistischen Tempel Sensoji beherbergt.

Am Abend haben wir dann das belebte Viertel Shibuya besucht, das Viertel, das mit den riesigen Videotafeln und vielen Tausend Fußgängern Tokyo sein futuristisches Bild gibt. Wir sind dort ein wenig durch die Straßen geschlendert und haben die ein oder anderen Spielhallen oder CD-Geschäfte durchstöbert.

Für den nächsten Tag haben wir uns viel vorgenommen. Wir sind extra früh aufgestanden, damit wir uns ja rechtzeitig in die Warteschlange für die Führung zum Kaiserpalast einreihen können, denn nur 600 Auserwählte (auf zwei Führungen aufgeteilt) dürfen das ansonsten hermetisch verriegelte kaiserliche Gelände betreten. Als wir dort ankamen, waren die Warteschlangenbänder noch nicht einmal aufgebaut. Nur zwei Personen waren vor uns da. Gut, wir haben also dann dort gewartet, recht bald schon die nummerierten Tickets in die Hand gedrückt bekommen und dann die restliche Zeit bis zur Führung in einem Café verbracht.

Der kaiserliche Palast war dann doch nicht das, was wir uns darunter vorgestellt haben. Klar, ein mit Gold überzogenes Gebäude haben auch wir nicht erwartet, aber eine etwas bessere Baracke Palast zu nennen, ist dann doch etwas euphemistisch. Genauso wenig bewundernswert waren die kaiserlichen Trampelpfade, der kaiserliche Schutthaufen sowie die Zapfsäule verziert mit echt kaiserlichem Rost. Nachdem die Nummerierung der Badges nicht die der Eintrittskarten war, hatten wir nicht einmal die schönen kleinen Zahlen. Aber nach einer kurzen Suche haben wir auch diese ausfindig machen und mit deren glücklichen Besitzern ein Foto schießen können.

Anschließend sind wir in den Süden Tokyos gefahren, in das moderne Hafenviertel. Unser Ziel dort war das „Museum of emerging science and innovations“, als Roboterentwickler ein gefundenes Fressen. Das Museum war in einem sehr modernen großen Glasbau untergebracht und wir haben voller Erwartung reingeschaut. Doch spätestens, als wir einen Flyer in die Hand genommen haben und uns dort die Frage „If you met an alien, how would you have fun?“ begrüßt hat, ist uns bewusst geworden, dass wir wohl nicht die Zielgruppe sind. Workshops wie „The environment and me“, „Curiosity Field“ und „Discover your Earth“ haben unsere Befürchtung bestätigt. Es war für uns ein ziemlich enttäuschender Start in Tokyo.

Da wir ja jetzt sowieso schon am Meer waren, haben wir uns dann wenigstens dort ans Wasser gesetzt und es war tatsächlich ganz schön hier. Eine Bucht im Vordergrund, die Skyline Tokyos im Hintergrund, dazu eine lange Brücke, sogar eine Freiheitsstatue gab es.

Anschließend sind wir in das Viertel Akihabara gefahren. Dort gibt es allerlei japanische Unterhaltungskultur, von Anime über Mangas bis hin zu Anime. Es konnte nicht jeder von uns viel damit anfangen. Um das zu schätzen, muss man die Filme und Geschichten halt auch kennen. Aber es war trotzdem ein interessanter Einblick in das, was Japan bei vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen so beliebt macht.

Am Abend haben wir uns dann im Hostel gemütlich zusammengesetzt und uns mental und alkoholisch auf einen Karaokeabend eingestimmt. Um halb 12 sind wir dann auch losgelaufen und in einer der unzähligen Karaokebars gegangen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Technik hatten wir dann auch eine unglaublich spaßige Zeit dort. Wir können jetzt auf jeden Fall verstehen, warum die Japaner so begeistert davon sind.

Heute vormittag haben einige die Aussicht vom höchsten Turm der Welt genossen, der in Laufentfernung vom Hostel über Tokyo thront. Andere haben ausgeschlafen. Auch sonst hatte jeder so seine eigenen Pläne. Manche wollten wieder nach Akihabara, manche wollten sich in heißen Quellen, sogenannten Onsen, entspannen und manche wollten ein bisschen Kultur mitnehmen und haben das japanische Nationalmuseum besucht.

Das Museum selbst war wie erwartet. Es war eine große Zahl an alter Töpferware, Schriftrollen, Buddhastatuen, Samurairüstungen, Schwerter, Gewänder und faltbaren Gemälden ausgestellt, die von der Zeit her bis zum Anfang der Zivilisation zurückdatieren. Ein kleines Highlight gab es dann noch auf dem Rückweg. Wir konnten live bei einer Runde Mario Kart zusehen.

Japan 2017 – Eine Tour durch Kyoto

Heute sind wir Bus gefahren. Ziemlich viel Bus sogar. Und viel gelaufen. Begonnen hat unser Tag erst einmal damit, dass wir gründlich verschlafen haben und erst circa 1,5 Stunden später als geplant das Hostel verlassen haben. Unser erstes Ziel war der Silberne Pavillon, Ginkakuji genannt. Vor 500 Jahren hat dort der damalige Oberbefehlshaber der Armee sich eine Villa hingestellt, mit schöner Gartenanlage und allem Drum und Dran. Garten darf man sich allerdings nicht wie bei uns mit Wiese und Blumen vorstellen, stattdessen hat man hier viel mehr mit Steinen, Wasser und Moos gearbeitet.

Anschließend sind wir entlang des sogenannten Philosophenpfads, ein kleiner Weg entlang eines alten Kanals, geschlendert und haben in den ein oder anderen Schrein am Wegesrand einen Blick geworfen.

Eigentlich hatten wir dann vor, den am Ende des Pfades gelegenen Nanzenji-Tempel zu besuchen, doch irgendwie gab es den nicht. Stattdessen haben wir uns mit dem Bus auf den Weg zum goldenen Pavillon gemacht, dem großen Bruder des silbernen Pavillon. Das besondere an diesem Gebäude ist, dass die oberen beiden Stockwerke mit Gold überzogen sind.

Es ist mittlerweile später Nachmittag und damit Zeit, sich zu überlegen, was man noch anschauen will, bevor man ins Hostel zurückkehrt. Zwei interessante Punkte waren noch auf der Liste: Die historische Altstadt und die über fünfzig Meter hohe Pagode des buddhistischen Tempel To-ji. Die Frage war nur, in welcher Reihenfolge, schließlich kann man nur eines der beiden Ziele noch bei Tageslicht anschauen, aber je nach dem, wie die Orte nachts beleuchtet werden, kann die Altstadt oder die Pagode auch einiges hermachen. Auch das Thema Abendessen wurde ausführlich diskutiert. Letztendlich hat die besser Busverbindung zur Altstadt das nächste Ziel festgelegt.

Nach ein bisschen Suchen haben wir auch in der Alstadt ein kleines Restaurant gefunden, das uns getaugt hat. Es gab dort Fleisch von allen Stellen des tierischen Körpers. Wir haben uns mit Schweinelende, Schweinenacken und Gemüse begnügt. Dazu gab es Reis und drei verschiedene Soßen. Geschmacklich war alles sehr gut und auch vom Preis her in Ordnung. Jetzt blieb nur noch die Pagode. Wir sind also zurück zum Hauptbahnhof gefahren und die zwanzig Minuten zur Pagode gelaufen. Nur leider waren wir ein klein wenig zu spät da. Wir kamen um halb 10 dort an und auf das Gelände kann man nur bis 5 Uhr. Naja, vielleicht klappt es ja morgen.

Japan 2017 – Tausend Tore

Den Tag nach dem RoboCup hat jeder etwas anders verbracht. Manche haben den dringend notwendigen Schlaf nachgeholt und sind einfach faul im Hotel geblieben, manche haben sich in einen nahegelegenen großen Freizeitpark aufgemacht, und wieder andere haben sich die mächtige Burg von Nagoya angeschaut.

Am heutigen Tage ist eine Gruppe bestehend aus Daniel, Linda, Michael, Niklas und mir nach Kyoto gefahren, die Stadt mit den bei weitem meisten historischen Bauten in Japan. Als wir das Gepäck im Hostel abgestellt haben, haben wir dort einen US-Amerikaner namens Paul getroffen, der auch eine Tour durch Japan macht und erst kurz vor uns im Hostel eingetroffen ist. Er hat uns kurzerhand einfach begleitet.

Das Ziel für heute war der Fushimi Inari Shrine, ein Shinto Shrine, der dem Gott des Reis geweiht ist. Aber erst besonders macht ihn das, was dahinter liegt: Ein heiliger Berg mit tausenden Torii, orangene große Tore, die, dicht aneinander gestellt, eine lange Tunnellandschaft bilden. Dazwischen sind immer wieder weitere kleine Schreine, einige Souvenirläden und Restaurants und sogar ein See mit Karpfen und Wasserschildkröten.